Förderprogramme Nachhaltige Quartiere und Siedlungen

Im Folgenden finden Sie einen Überblick möglicher Förderprogramme der Bundesregierung, die ein Nachhaltige Entwicklung von Quartieren und Siedlungen unterstützen (Stand: 2/2017; Link-Aktualisierung: 1/2020).

Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt – Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf“
Von 1999 bis einschließlich 2012 hat der Bund mit dem Programm Soziale Stadt Finanzhilfen in Höhe von rund 1 Milliarde Euro für die Stabilisierung und Aufwertung von rund 600 sog. „benachteiligten“ Stadt- und Ortsteilen in über 375 großen und kleineren Kommunen zur Verfügung gestellt. Mit den ergänzenden Mitteln von Ländern und Kommunen, die sich in gleicher Höhe beteiligen, standen bis 2012 rund drei Milliarden Euro für die Umsetzung des Programms Soziale Stadt bereit. Im Programmjahr 2013 stehen für das weiterentwickelte Programm „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“ Bundesfinanzhilfen in Höhe von 40 Mio. Euro zur Verfügung. In der Gewichtung unterscheidet sich das Programm von klassischen Sanierungsprogrammen, indem die baulichen Investitionen keinen Vorrang haben sollen, sondern der soziale Zusammenhalt im Stadtteil einen mindestens gleichgewichtigen Rang hat. Das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ verfolgt weiterhin explizit die Stärkung von Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt im Quartier. Denn in einigen Großstädten haben heute schon rund 30 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund.

In Ergänzung zu den Investitionen im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“ hat der Bund das stadt- und ortsteilbezogene Arbeitsmarktprogramm „BIWAQ“ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) aufgelegt. Für die Umsetzung stehen zwischen 2008 und 2015 insgesamt bis zu 184 Mio. Euro zur Verfügung, davon bis zu 124 Mio. Euro aus dem Europäischen Sozialfonds und 60 Mio. Euro vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

ESF-Bundesprogramm „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)“:
www.biwaq.de

Stadtumbau West
Das Programm unterstützt 401 Kommunen, von 2004 bis 2011 wurden insgesamt ca. 490 Mio. Euro Bundesfinanzhilfen für Stadtumbau-Maßnahmen eingesetzt. Mit den ergänzenden Mitteln von Ländern und Gemeinden (insgesamt zwei Drittel) standen in diesem Zeitraum knapp 1,5 Mrd. Euro für die Umsetzung des Programms „Stadtumbau West“ bereit. Für das Jahr 2012 sind 71 Mio. Euro Bundesfinanzhilfen vorgesehen. Der Schwerpunkt des Programms liegt dabei in der Aufwertung der von wirtschaftlichem und militärischem Strukturwandel betroffenen Stadtgebiete, sowie der Anpassung von Wohngebieten der Gründerzeit, der 1930er bis 1940er Jahre und der 1950er bis 1970er Jahre an den aktuellen Bedarf. QuartiersmanagerInnenwerden insbesondere in den Großsiedlungen der 60er und 70er Jahre gebraucht, die im großen Maßstab (nicht nur in Deutschland) sanierungsbedürftig sind. Hier wird ein wachsender Bedarf gesehen.
www.staedtebaufoerderung.info

Stadtumbau Ost
Seit 2002 wurden insgesamt mehr als 2,7 Mrd. Euro für den Stadtumbau zur Verfügung gestellt, davon rund 1,3 Mrd. Euro aus dem Haushalt der Bundesregierung. Seit Beginn des Programms werden über 450 Städte und Gemeinden mit mehr als 1000 Stadtumbaugebieten gefördert. Das Programm wird vorerst bis 2016 fortgeführt. Mit dem Programm „Stadtumbau Ost – für lebenswerte Städte und attraktives Wohnen“ soll die Lebens-, Wohn- und Arbeitsqualität in ostdeutschen Städten und Gemeinden nachhaltig gesichert und erhöht werden. Ansatzpunkte sind die Stärkung der Innenstädte und der Erhalt von Altbauten, der Abbau von Wohnungsleerstand sowie die Aufwertung der von Schrumpfungsprozessen betroffenen Städte. Hier wird kein wachsender Bedarf gesehen, weil große Investitionen nach dem Mauerfall bereits erfolgt waren und die Bevölkerungszahlen in den neuen Bundesländern insgesamt eher rückläufig ist.
www.staedtebaufoerderung.info

KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“ – Zuschüsse für integrierte Quartierskonzepte und Sanierungsmanager
Mit dem Anfang 2013 neu aufgelegten KfW-Programmen „Quartiere sanieren“ und „Quartiersversorgung“ werden erstmals ökologische Nachhaltigkeitsaspekte auf Quartiersebene in Absicht einer Breitenförderung gestartet. Es sollen integrierte Quartierskonzepte zur Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur insbesondere zur Wärmeversorgung entwickelt und umgesetzt werden. Integrierte Quartierskonzepte zeigen unter Beachtung aller anderen relevanten städtebaulichen, denkmalpflegerischen, baukulturellen, wohnungswirtschaftlichen und sozialen Aspekte auf, welche technischen und wirtschaftlichen Energieeinsparpotenziale im Quartier bestehen und welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden können, um kurz-, mittel- und langfristig CO2-Emissionen zu reduzieren. Sie bilden eine zentrale strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für eine an der Gesamteffizienz energetischer Maßnahmen ausgerichtete Investitionsplanung in Quartieren.

Die KfW bezuschusst die Kosten für die Erstellung eines integrierten Konzepts auf Quartiersebene und die Kosten für einen Sanierungsmanager, der die Planung sowie die Realisierung der in den Konzepten vorgesehenen Maßnahmen begleitet und koordiniert. Förderfähig sind die Kosten (Personal- und Sachkosten) für einen Sanierungsmanager für die Dauer von maximal 3 Jahren.

Der Sanierungsmanager hat damit ähnliche Aufgaben wie der Klimaschutzmanager (siehe das Schwerpunktthema „Berufsbild Klimaschutzmanager“ Heft 19 / 2013 im „arbeitsmarkt Umweltschutz und Naturwissenschaften“), nur bezogen auf das Quartier und nicht auf die Kommune.
www.energetische-stadtsanierung.info

Ein Sanierungsmanager soll über fundierte Kenntnisse auf dem Gebiet der energetischen Sanierung und der Energieversorgung (insbesondere Wärme- und Kälteversorgung) verfügen, städtebauliche und wohnungs- bzw. immobilienwirtschaftliche Grundkenntnisse und Erfahrungen in der Stadterneuerung sowie gute kommunikative Fähigkeiten besitzen. Es ist davon auszugehen, dass es hier kurz- und mittelfristig verstärkt Stellen zu besetzen gibt.
www.kfw.de/…

NRW-Förderprogramm „100 Klimaschutzsiedlungen“
Als Bestandteil der nordrhein-westfälischen Energie- und Klimaschutzstrategie sollen mit dem Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ die wärmebedingten CO2-Emissionen in Wohnsiedlungen (Neubau und Bestandssanierungen) weiter konsequent reduziert werden. Auch wenn es bei den Klimaschutzsiedlungen schwerpunktmäßig um die Vermeidung von CO2-Emissionen geht, sollen sich diese über das innovative Energiekonzept hinaus durch besondere städtebauliche und soziale Qualitäten auszeichnen. Ziel ist es, umweltverträgliches Bauen als einen wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung zu fördern.
www.100-klimaschutzsiedlungen.de

Das erste Förderprogramm mit umfassendem nachhaltigen Förderansatz ist das EFRE-Programm Nachhaltige Stadtentwicklung (NSE) der EU, das allerdings nicht speziell auf Quartiere bezogen ist und in Brandenburg gilt.

Links zum Thema

Bundesförderprogramme

Nachwachsende Rohstoffe (u.a. Holzbau):
www.fnr.de/projektfoerderung

Klimaanpassung
www.ptj.de/folgen-klimawandel

Klimaschutz
www.klimaschutz.de/f%C3%B6rderung

Energieeffizient Bauen
https://energiesparen.kfw.de/…energieeffizient-bauen-153…

Energetisch Sanieren
www.kfw.de/…Programmuebersicht…

Effizienzhaus Denkmal
www.kfw.de/…Denkmal…

 

Weiterführende Informationen:

EU
www.eu-kommunal-kompass.de/index.php/foerderdatenbank

FörderNavi der Energieagentur NRW
www.foerder-navi.de