Transition Towns, Permakultur und Resilienz

Ausgehend von der Beobachtung, dass die nationale und internationale Politik nicht entsprechend auf die Herausforderungen des Klimawandels und des bevorstehenden oder bereits erfolgten globalen Ölfördermaximums (Peak Oil) reagiert und daher die Kommunen von sich aus mit ersten vorbereitenden Maßnahmen auf eine Zukunft knapper werdender Roh- und Treibstoffe reagieren müssen, initiieren Transition Towns Gemeinschaftsprojekte. … Eine wichtige Rolle spielen dabei die Gestaltungsprinzipien der Permakultur, die es insbesondere landwirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen Systemen ermöglichen sollen, ähnlich effizient und resilient zu funktionieren wie natürliche Ökosysteme.*

Im Rahmen des Transition Town Movement proben seit 2006 Umwelt- und Nachhaltigkeitsinitiativen in vielen Städten und Gemeinden der Welt den geplanten Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft. Die Bewegung, u.a. initiiert von dem irischen Permakulturalisten Rob Hopkins, lässt sich dem v.a. in den USA weit verbreiteten Gedanken des “Eco-Communalism” zuordnen, einer Umweltphilosophie, die angesichts schwindender Rohstoffe und negativer ökologischer Auswirkungen der Globalisierung die Idee des “einfachen Lebens”, der Regional- bzw. lokalen Wirtschaft sowie der Nachhaltigkeit und der wirtschaftlichen Selbstversorgung propagiert.**

 

Vorträge, Seminare und BauWohnberatung

Nachhaltige Bau- und Wohnkonzepte für Transition Towns /
Create places of transitions & sustainability

Eine spezielle Transition Town Architektur oder größere Transition Town Planungen wie Dörfer, Siedlungen, Quartiere oder Städte gibt es bisher nur sehr wenige als gebaute Beispiele. Was es gibt, sind einige Siedlungs- und Gemeinschaftsprojekte die nach Prinzipien der Permakultur geplant und gebaut sind. Das bekannteste deutsche Projekt ist der Lebensgarten Steyerberg, das bisher größte Permakulturprojekt ist das holländische Projekt EVA Lanxmeer in Culemborg. Doch eine explizite Transition Town Architektur ist bisher daraus noch nicht hervorgegangen.

Ein Ansatz von Transition Town Initiativen und Transition Towns ist, zu den Inhalten passende bereits vorhandene positive Ansätze und Projekte zu nutzen und sie geg. weiterzuentwickeln. Zum nachhaltigen, sozialen, ökologischen, gemeinschaftlichen Bauen und Wohnen sind bereits zahlreiche weitgehende Modelle für eine zukunftsfähige, nachhaltige Lebensweise entwickelt und realisiert worden. Ein Manko dabei ist, dass es bisher nur in sehr wenigen größeren Projekten gelungen ist alle Aspekte eines Nachhaltigen Lebens in einem Projekt zu vereinen.

In Europa gibt es mindestens 400 zusammenhängende Siedlungen und Stadtquartiere, die seit den 80er Jahren explizit unter dem Vorzeichen der Nachhaltigkeit entwickelt und realisiert wurden. Dabei handelt es sich um zum Teil größere Neubausiedlungen aber auch um Bestandsquartiere, die mit neuen Planungsansätzen entwickelt und mit innovativen Technologien realisiert wurden. Die Lösungen sind vielfältig, reduzieren in hohem Maße schädliche Emissionen und bieten den Nutzern und Bewohnern einen höheren Komfort sowie mehr Sicherheit gegenüber möglicher globaler Krisen.

Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche intensionale Gemeinschaftsprojekte (viele die u.a. stark von der Soziale Bewegungen der 70er- und 80er-Jahre inspiriert sind), die von Seiten des Zusammenlebens viele Erfahrungen sammelten und Methoden entwickelten, die ein Zusammenleben in größeren Lebensgemeinschaften erst ermöglichen.

Ziel
Vermittlung von Expertenwissen, Kennenlernen von Praxisbeispielen, Ermunterung zur Selbst-Gestaltung der eigenen Lebensumwelt, geg. Hilfe zur Selbsthilfe, Networking

Inhalte

  • Projekte wie Plusenergiequartiere und -Siedlungen, die auch Nachbarquartiere und Elektromobilität mitversorgen; Bike- oder VeloCities, die einem nachhaltigen urbanen Lebensstil angepasst sind; urbane Holzbausiedlungen mit 1.000 Wohneinheiten und mit 8 Geschossen
  • Transition Town- und Permakulturprojekte mit urbanen Gärten
  • Weiterhin werden die wichtigsten Erfahrungen und Methoden intensionaler Gemeinschaften vorgesteltl und geg. angewendet, die ein Zusammenleben in größeren Lebensgemeinschaften erleichtern

 

Literatur
Hopkins, Rob (2014): Einfach. Jetzt. Machen! Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen. München

eurotopia-Verzeichnis 2014: Gemeinschaften und Ökodörfer in Europa. www.eurotopia.de
Scheub, Ute et. al (2013): Terra Preta. Die schwarze Revolution aus dem Regenwald: Mit Klimagärtnern die Welt retten und gesunde Lebensmittel produzieren

Holzer, Sepp (2013): Wüste oder Paradies: Holzer’sche Permakultur jetzt! Von der Renaturierung bedrohter Landschaften über Aqua-Kultur und Biotop-Aufbau bis zum Urban Gardening.

Felber, Christian (2012): Gemeinwohl-Ökonomie.

Mollison, Bill (2010): Handbuch der Permakultur-Gestaltung

Mollison, Bill (2009): Permakultur konkret. Entwürfe für eine ökologische Zukunft.

Hopkins, Rob et al. (2008): Energiewende. Das Handbuch: Anleitung für zukunftsfähige Lebensweisen. Frankfurt

Fukuoka, Masanobu (2007): Der Große Weg hat kein Tor. Nahrung, Anbau, Leben.

Whitefield, Patrick (2007): Permakultur kurz und bündig: Schritte in eine ökologische Zukunft.

Städtebaulicher Diskurs:
BBSR (2013): Resilienz. Bonn

DIFU (2013): Jetzt auch noch resilient? Anforderungen an die Krisenfestigkeit der Städte. Berlin

Referenzen
Holger Wolpensinger arbeitet seit über 20 Jahren zu  ökologischen Siedlungen und zum nachhaltigen Bauen und Wohnen mit zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen seit 1994. Mehr als 200 Siedlungen, Quartiere, Gemeinschafts- und Wohnprojekte hat er auf Exkursionen in Europa gesehen. 2013 nahm er am „Training for Transition“ in Bonn teil.

* siehe: de.wikipedia.org/wiki/Transition_Towns
** siehe: www.transition-initiativen.de